Moskauer Orgasmus – Oder: Gib acht, Genosse Mandelbaum

Roman

Aus dem Einbandstext:

Anna Maria, Tochter des mächtigen amerikanischen Mafia-Bosses Nino Pepperoni und im Besitz aller materiellen Werte, ist unbefriedigt. Eines Tages fährt sie nach Moskau und erlebt dort, was sie bis dahin heiß ersehnte: ihren ersten Orgasmus. Diese neue Erfahrung, zu der ihr der über besondere sexuelle Fähigkeiten verfügende Dissident Sergej Mandelbaum verholfen hat, und die daraus resultierende Schwangerschaft geben ihrem Leben die entscheidende Wendung. In ihrem Begehren, ihren russisch- jüdischen Geliebten für immer bei sich zu haben, unterstützt sie ihr Vater, ein Mann von strengen moralischen Grundsätzen. Er entscheidet, daß Mandelbaum zwecks Heirat aus Rußland herausgeholt werden muß. Da dies auf legalem Wege nicht möglich ist, setzt Nino Pepperoni alle Hebel in Bewegung: Er beauftragt seinen Rechtsanwalt und Vertrauensmann Archibald Seymour Sliwowitz, die Sache in die Hand zu nehmen, und der engagiert für das gewagte Unternehmen den teuersten und berüchtigsten Schmuggler der Welt, den homosexuellen Lustmörder Karl Schnitzel…

Die in Slapstick-Manier ablaufende Handlung verfolgt nun alle Situationen und alles Hin und Her der Ausreise durch Rußland, die Balkanstaaten und Österreich bis nach Israel. Ein Problem muß allerdings noch gelöst werden: Sergej Mandelbaum hat im Freien Westen seine Manneskraft verloren. Wie kann ihm und seiner Anna Maria geholfen werden?

Die mit Gags und Sex gepfefferte, überaus kurzweilige und spannende Story des neuen Buches von Edgar Hilsenrath ist gleichsam Vorwand für eine brillante Satire auf Kommunismus und Kapitalismus – der Autor beützt darüber hinaus aber auch alle Elemente des Trivialromans, um mit hoher Artistik dieses Genre zu parodieren. „Gib acht, Genosse Mandelbaum“ ist somit das virtuose Kabinettstück eines seiner Mittel sicheren Schriftstellers und ein köstlich frecher Unterhaltungsroman in einem.

E. Hilsenrath: Moskauer Orgasmus – Oder „Gib acht, Genosse Mandelbaum“
ISBN [nb], ca. [nb] Seiten, gebunden, Köln [nb]
Werkausgabe im Dittrich Verlag,  Herausgegeben von Helmut Braun